Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01/18 - 30.01.2018

DGB: Sondermarke der Fa. Nordbrief zur Novemberrevolution

Zur Sondermarke der Fa. Nordbrief nimmt Frank Hornschu, Vorsitzender des DGB Kiel Region Stellung:

 

„Der DGB und seine Gewerkschaften halten die Aktion der Fa. Nordbrief, in Erinnerung zur Novemberrevolution eine Sonderbriefmarke herauszugeben, für einen schlechten Witz und für extrem unaufrichtig.

Ein Unternehmen, welches den Beschäftigten wesentliche Freiheitsrechte - die u. a. seinerzeit im Zuge der Novemberrevolution, wie Demokratie, Wahlrecht, Tarifautonomie, betriebliche Mitbestimmung, durchgesetzt wurden - bewusst vorenthält, hat in diesem Zusammenhang sein Recht auf Demokratiewerbung verwirkt. 

Die Fa. Nordbrief hindert die Beschäftigten innerhalb des Betriebes dran mitzubestimmen, so wie es das Betriebsverfassungsgesetz vorsieht. Die Fa. Nordbrief bezahlt die Beschäftigten für die so wertvolle Tätigkeit der Postzustellung derart unzureichend, dass die Beschäftigten ihren Lohn durch öffentliche Leistungen aufstocken müssen - die Bezahlung bei Nordbrief reicht nicht zu einem existenzsichernden Leben. 

Nordbrief nimmt offenkundig diametral eine andere Haltung, für die sich die Arbeiter, Frauen und Matrosen vor 100 Jahren eingesetzt haben, ein; die Verantwortlichen bei Nordbrief schüchtern zudem die Beschäftigten bewusst und massiv ein, wenn sie ihre Freiheitsrechte im Betrieb nutzen wollen.

Die Gewerkschaften im DGB fordern von Nordbrief unverzüglich einen respektvollen und repressionsfreien Umgang mit ihren Beschäftigten. Sie fordern ein Ende des Sozial- und Lohndumpings. Sie fordern für die Beschäftigten bei Nordbrief Sicherheit und Ordnung, Tarifgebundenheit und Mitbestimmung. 

Anderenfalls kann die Sondermarke der Fa. Nordbrief von der geneigten Öffentlichkeit nicht als eine ernstgemeinte Offenheit sondern nur als eine Art von purem Zynismus verstanden werden.“


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