Deutscher Gewerkschaftsbund

19.04.2018

NEIN zur Schließung der Verkehrslandebahn in Kiel-Holtenau

Kiel braucht beides: eine vollständig funktionierende Infrastruktur, gute Arbeit und bezahlbaren Wohnraum!

Am 6. Mai 2018 steht nicht nur die Kommunalwahl sondern auch ein Bürgerentscheid über die Zukunft der Verkehrslandebahn in Kiel-Holtenau an.
Die Kieler*innen sind zur Kommunalwahl zugleich aufgerufen die Frage: „Sind Sie dafür, dass der Verkehrslandeplatz Holtenau geschlossen und stattdessen auf dem Gelände ein neuer mischgenutzter Stadtteil mit weitest möglich kommunalem und gemeinnützigem Wohnungsbau und Gewerbe entwickelt wird?“ zu beantworten.
Die DGB-Gewerkschaften in der Kiel Region freuen sich, dass nach jahrelanger Unsicherheit zum Gewerbegebiet mit angeschlossener Start- und Landebahn die Kieler*innen in dieser Frage nun endlich Klarheit schaffen können. Die Gewerkschaften sind zudem grundlegend der Auffassung, dass das gegenseitige Ausspielen – Beschäftigung und Infra-struktur gegen Wohnen – nicht zielführend ist. Kiel braucht beides: eine gut funktionieren-de Infrastruktur, gute Arbeit und bezahlbaren Wohnraum.
Heinz Krüger, Betriebsratsvorsitzender Flughafen Kiel: „Auf dem Gelände der Verkehrs-landebahn in Kiel-Holtenau befinden sich Betriebe mit extrem hoch qualifizierten Arbeits-plätzen der Luftfahrt. Die Verunsicherung in den vergangenen Jahren hat einen Ausbau von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen verhindert. Und dies obwohl dort exzellente Innovationen entwickelt werden, die nachgewiesen die Sicherheit und den Umwelt- wie Klimaschutz konsequent im Blick haben. Die ansässigen Betriebe und die Beschäftigten auf dem Gelände wünschen sich von den Kieler*innen ein klares Bekenntnis zur Verkehrslandebahn und damit ein NEIN zum Bürgerentscheid am 6. Mai 2018.“
Olaf Masuch, Betriebsratsvorsitzender KVP Pharma+Veterinär Produkte GmbH Kiel: „Die Verkehrslandebahn in Kiel-Holtenau ist für die Region eine bedeutende und zukunftsgerich-tete Infrastruktureinrichtung. Sie ist für den Industrie- und Produktionsstandort, für die Ausbildung und Beschäftigung regionalwirtschaftlich zentral. Die fehlende Planungssicher-heit in der Vergangenheit hat Investitionen und neue Ansiedlungen unmöglich gemacht. Jetzt haben die Kieler*innen am 6. Mai 2018 das Wort. Aus meinem Blickwinkel als Be-
triebsratsvorsitzender eines lokalen Industrieunternehmens empfehle ich ein NEIN zur Still-legung der Verkehrslandebahn.“
Frank Hornschu, Vorsitzender des DGB Kiel Region:„Die Stadt Kiel hat mit allen relevan-ten Akteuren der Wohnungswirtschaft einen „Wohnbauflächenatlas“ erstellt. Der derzeitig bekannte Bedarf von rund 9.000 Wohnungen lässt sich danach ohne das Gelände der Verkehrslandebahn realisieren. Der Atlas zeigt, dass in Kiel beides Gewerbe, Gewerbeansied-lung und Wohnen gemeinsam verwirklicht werden kann. Aus unserer Sicht ist deshalb die Frage zum Bürgerentscheid am 6. Mai 2018 eindeutig mit NEIN zu beantworten.“
Brigitte Ammon, Betriebsratsvorsitzende Maritim Hotel Kiel: „Das von der Stadt Kiel in Auftrag gegebene Gutachten ist leider nicht besonders hilfreich. Es gibt keine seriöse und damit validierte Prognose ab, mit der tatsächlich gearbeitet werden könnte – im Gegenteil. Die dort aufgestellten Behauptungen lassen sich bedauerlicher Weise nicht nachprüfen und nachvollziehen. Die Gutachter haben zudem die Bemühungen der Stadt Kiel zum bezahlba-ren Wohnraum unberücksichtig gelassen. Aus diesem Grund können wir uns nicht für eine Schließung sondern nur für ein NEIN am 6. Mai 2018 aussprechen.“
Kerstin David, Betriebsratsvorsitzende Provinzial Versicherungen: „Zur Stilllegung wird u. a. auch der öffentliche Zuschuss genannt. Fakt ist, dieser wurde in den vergangenen Jahren erheblich gesenkt. Fakt ist auch, er hätte noch viel mehr gesenkt werden können, wenn es tatsächlich Planungssicherheit gegeben hätte, dann hätte es nämlich Investitionen und An-siedlung dort gegeben, welche den öffentlichen Zuschuss noch weiter reduziert hätte. Mal abgesehen davon, wenn das Argument zum öffentlichen Zuschuss konsequent zu Ende gedacht wird, dann müsste die Stadt auch alle anderen Bereiche der Daseinsvorsorge, die öffentlicht bezuschusst werden, wie z. B. den öffentlichen Personennahverkehr, die Schwimmbäder, das Theater, die Büchereien etc., schließen. Das kann es ja nun wirklich nicht sein. Deshalb kann es auf die Frage zur Schließung nur ein NEIN am 6. Mai 2018 geben.“
Prof. Dr. Felix Braun, Leiter der Transplantationsmedizin am UKSH: „Für schwerstkranke Menschen ist der Kieler Flughafen unverzichtbar. Der Organtransport über den Luftweg ret-tet das Leben unserer Patienten. Wir wollen die maximale Medizin für die Menschen in Schleswig-Holstein und bitten deshalb um Ihr NEIN beim Bürgerentscheid am 6. Mai 2018.“
Stimmen Sie am 6. Mai 2018 mit NEIN
Für den Erhalt der Verkehrslandebahn – gegen die Schließung!


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