Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 21.06.2006

Kieler-Woche-Gespräch

Mindestlöhne – Placebo oder echter Schutz gegen Sturz ins Bodenlose?

21. Juni 2006, 17.00 Uhr
Gewerkschaftshaus, Legienstr. 22-24, 24103 Kiel


21. Juni 2006

Kieler-Woche-Gespräch | Kieler-Woche-Empfang mit Frank Bsirske:
Mindestlöhne – Placebo oder echter Schutz gegen Sturz ins Bodenlose?


Im Mittelpunkt des Gesprächs steht in diesem Jahr ein Thema, das auch von den Gewerkschaften in Deutschland lange Zeit gemieden wurde,in letzter Zeit aber verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist: der Mindestlohn.
In seinem Eingangsreferat unterstrich der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske die Bedeutung und Notwendigkeit des Mindestlohnes für die Bundesrepublik Deutschland. Angesichts von Stundenköhnen von um 3 Euro, die in manchen Nidriglohnbereichen Gang und Gäbe sind, können heute nicht mehr alle Beschäftigten von Ihrer Arbeit leben. Hier ist der Gesetzgeber aufgefordert. Und, so stellte Bsirske fest, die meisten Industrienationen haben mit dem Modell des Mindestlohnes gute Erfahrungen gemacht.
Bei der Anschliessenden Podiumsdiskussion mit Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer, Staatssekretär im Schleswig-Holsteinischen Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa, Frank Bsirske und Peter Deutschland vom DGB Nord, bestand weitgehende Einigkeit über die grundsätzliche Notwendigkeit des Mindestlohns. Differenzen gab es nur um die konkrete Unmsetzung. Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer zeigte Augenmaß für die Situation in den kritischen Bereichen des Arbeitsmarktes, als er die Option der Verbandsklage für Gewerkschaften ins Gespräch brachte.








wir laden Sie und euch hiermit sehr herzlich zum diesjährigen Kieler-Woche-Gespräch am 21.Juni ins Kieler Gewerkschaftshaus ein. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht in diesem Jahr ein Thema, das auch von den Gewerkschaften in Deutschland lange Zeit gemieden wurde,in letzter Zeit aber verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist: der Mindestlohn.
Beispielsweise forderte der DGB einen Stundenlohn von mindestens 7,50 Euro.
Hintergrund dieser Diskussion ist eine seit Jahren zu beobachtende Lohndrift nach unten. In Europa sind Mindestlöhne nichts Neues, 18 von 25 EU-Mitgliedsstaaten kennen entsprechende Regelungen, und auch die meisten OECD-Staaten regeln ihre unteren Lohngrenzen über gesetzliche Regelungen. Festgelegt werden sie durch verschiedene Verfahren, in Europa allerdings stets mit Beteiligung der Tarifparteien, wobei, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) feststellte, vier unterschiedliche Verfahren angewandt werden.
Ob aber diese unterschiedlichen Modelle Konsultationsmodell, Verhandlungsmodell oder Indexmodell heißen oder sich,wie in den USA,auf rein politische Verfahren stützen, gemeinsam ist ihnen das Ziel, ungleiche Marktmacht zu Lasten einer immer größer werdenden Beschäftigtengruppe zu korrigieren und Lohndumping zu verhindern. Wir können auch in diesem Jahr wieder mit einer attraktiven Diskutantenrunde aufwarten. Wir haben den ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske zu Gast
Moderiert wird die Veranstaltung von Carsten Maltzan, der seit Jahren als Journalist die schleswig-holsteinische Politik beobachtet. Das diesjährige Kieler-Woche-Gespräch ist eine Kooperation zwischen dem DGB Bezirk Nord, der DGB Region KERN und dem ver.di Bezirk Kiel/Plön. Wir freuen uns auf Ihr und euer Kommen.

Hinweis:
Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 040/2858207 oder per e-mail kerstin.koch@dgb.de

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