Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 21.07.2017

DGB zum 1. Treffen der Kieler Kommission

für Berufsbildung, Beschäftigung und Wirtschaft

Am 19. Juli 2017 traf sich zum ersten Mal die Kieler Kommission für Berufsbildung, Beschäftigung und Wirtschaft auf Beschluss der Kieler Ratsversammlung vom 19. Jan. 2017 unter der Leitung des Oberbürgermeisters und Wirtschaftsdezernenten der Landeshauptstadt Kiel, Herrn Dr. Ulf Kämpfer, im Kieler Rathaus; dazu Frank Hornschu, Vorsitzender des DGB Kiel Region, für die Kieler Gewerkschaften:
„Die Kieler Kommission ist die richtige Antwort auf den enormen Wandel in der Wirtschafts- und Arbeitswelt. Die Vielfalt der Verunsicherung braucht eine gemeinsam entwickelte Perspektive für die Menschen in unserer Stadt. Wir freuen uns sehr, dass sich die kommunale Politik mit den Akteuren der Wirtschafts- und Arbeitswelt konzentriert zu all diesen Fragen diesen Herausforderungen stellen wollen. Denn es geht um die gemeinwohlorientierte Zukunftsfähigkeit in unserer Stadt.
Die Teilnahme von Betrieben, deren Beschäftigungsverhältnisse sozialversichert, tarifgebunden und mitbestimmt geregelt sind und die verlässliche Ausbildungsstrukturen vorhalten, zeigen, dass auch mit regulärer Beschäftigung und guten Arbeitsbedingungen der knallharte Wettbewerb bestanden werden kann – dies zeigen u.a.: die KVP GmbH, die Provinzial Versicherung und das Entsorgungsunternehmen Remondis.
Im ersten Treffen wurden die Diskussionen um Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung intensiv geführt. Es bestand Einvernehmen, dass wir in unserer Stadt mit der seit Jahresbeginn tätigen Jugendberufsagentur auf dem richtigen Weg sind. Mit dieser Agentur geben wir Eltern und Heranwachsenden die Beratung und Begleitung beim Übergang von der Schule in den Beruf aus einer Hand. Deutlich wurde aber auch, dass wir gemeinsam an der Imagebildung der dualen Berufsausbildung, ähnlich der Kampagne des Handwerks (#einfachmachen), arbeiten müssen. Gerade sie bietet, gleichrangig der akademischen Ausbildung, eine Vielzahl an Karrierechancen. Gleichwohl müssen Eltern wie Heranwachsende auch im Bereich der dualen Berufsausbildung darauf vertrauen können, dass diese Form der Berufsausbildung planungssicher, verlässlich und fair für die jungen Menschen stattfindet.
Zudem wurden in der Kommission weitere Schritte zur Umsetzung und Realisierung eines sozialen Arbeitsmarktes in Kiel verabredet. Allen Beteiligten geht es insbesondere darum, den etwa 12.000 lanzeiterwerbssuchenden Menschen, das bezieht rund 9.000 betroffene Kinder im Stadtgebiet mit ein, eine reale Chance auf eine sinnstiftende Erwerbsarbeit mit Perspektive einzuräumen. Wir von den Gewerkschaften haben hier u. a. die kommunalen Betriebe, wie den Abfallwirtschaftsbetrieb, den Seehafen etc., als mögliche Unternehmen ins Gespräch gebracht.
Auch die digitale Transformation in der Arbeitswelt und deren Konsequenzen wurden thematisiert. Wir haben als Gewerkschaften deutlich gemacht, dass die Digitalisierung für die Beschäftigten so gestaltet werden muss, dass die Belastungen insgesamt reduziert werden. Dass die Aufwendungen, durch die grundlegenden Veränderungen und zu den erforderlichen Weiterqualifizierungen, gemeinsam zwischen öffentlicher Hand, Arbeitgebern und Beschäftigten fair zu teilen sind. Und dass die gesellschaftlichen - insbesondere die steuerund sozialrechtlichen - Rahmenbedingungen im Gestaltungsprozess des digitalen Wandels nicht außer Acht gelassen werden. Denn gerade die verlässlichen und guten Arbeitsbedingungen finanzieren über Steuern das Gemeinwesen und über die Beiträge unsere sozialen Sicherungssysteme.
Zum konkreten Ausbau planungssicherer, verlässlicher und fairer Beschäftigungsverhältnisse strebt der DGB bis zum nächsten Treffen der Kieler Kommission in den Bereichen des öffentlichen Dienstes und des Handels erste Vereinbarungen an.“


Die Kieler Kommission für Berufsbildung, Beschäftigung und Wirtschaft wurde auf Initiative des DGB und seiner Gewerkschaften durch einen einstimmigen Beschluss der Kieler Ratsversammlung, unter der Leistung des Oberbürgermeisters, Herr Dr. Ulf Kämpfer, eingesetzt. Sie setzt sich aus der kommunalen Politik und allen Akteuren der Wirtschafts- und Arbeitswelt zusammen und tagt mindestens zweimal jährlich. Die Kieler Kommission verfolgt dabei die Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung, die Gestaltung des digitalen Wandels und die Stabilisierung von Leistung, Qualität und Innovation als ihre Ziele. Das nächste Treffen ist für Ende des Jahres vorgesehen.


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