Deutscher Gewerkschaftsbund

VORTRAG & DISKUSSION

Vom Wohlstand in die Krise und wieder zurück - aber wie?

Dr. Stephan Schulmeister

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Was ist los mit Europa? Fast 20 Millionen Menschen sind arbeitslos, 100 Millionen müssen sich mit ‚atypischen‘ Jobs zufriedengeben,
die öffentlichen Schulden steigen und dienen als Rechtfertigung für den Abbau des Sozialstaats. Finanzkrisen brechen aus und es gilt „die Märkte zu beruhigen“. All dies erzeugt Unsicherheit, Zukunftsangst und Ungleichheit. Populisten nützen diese Gefühle aus und versprechen soziale Wärme in der nationalen „Volksgemeinschaft“. Die gemeinsame Ursache dieser Entwicklungen liegt laut dem renommierten österreichischen Ökonomen Stephan Schulmeister in ökonomischen Theorien und ihrem Wirken.

Nicht zuletzt wurde in der heutigen Welt die alte Gleichgewichtstheorie „restauriert“, der zufolge „der Markt“ mit „unsichtbarer Hand“ die Egoismen der Individuen in das ökonomisch Beste verwandle. Aus diesem „gegen-aufklärerischen“ Ansatz, wie es Schulmeister ausdrückt, wird seit Jahrzehnten die „Navigationskarte“ für die Politik abgeleitet: Die Liberalisierung der Finanzmärkte, flex-ible Wechselkurse, Entsicherung von Arbeitsverhältnissen und Sparpolitiken. Dies führte auch Europa immer tiefer in eine Systemkrise. Stephan Schulmeister will mit seinem Vortrag aufzeigen, wie eine positive Entwicklung aussehen könnte. Voraussetzung dafür sei jedoch das, was der Vortragende als „Emanzipation des Denkens aus der selbstverschuldeten Marktreligiosität“ bezeichnet.


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