Deutscher Gewerkschaftsbund

08.11.2022

Zum Gedenken an die Novemberrevolution von 1918

Anfang November 1918 traten die Frauen, Arbeiter und Matrosen für die Beendigung des grauenhaften 1. Weltkrieges und für den Frieden auf unserem Kontinent ein. Mit Erfolg. In Deutschland endete das Kaiserreich; am 9. November wurde die Republik ausgerufen; ab 11. November schwiegen die Waffen; das gleiche, freie und geheime Wahlrecht - eben auch das längst überfällige Frauenwahlrecht - wurde staatlich garantiert; die Gewerkschaften wurden als Interessenvertretung anerkannt und der Grundstein für die Koalitionsfreiheit gelegt.

 

Seit 1986 erinnern die Kieler Sozialdemokraten und die Kieler Gewerkschaften in ihrem DGB gemeinsam an den Mut der Menschen von damals, gedenken der Opfer und Versehrten und setzen sich auch 104 Jahre nach der Novemberrevolution für Demokratie und Freiheit, für Solidarität und Frieden am Revolutionsdenkmal von Hans-Jürgen Breuste im Ratsdienergarten in Kiel ein.

 

Anlässlich des Gedenkens an die Novemberrevolution von 1918 rief Frank Hornschu, Geschäftsführer und Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds in der Kiel Region, folgendes in Erinnerung:

 

„Es ist gut, dass wir zusammenkommen, dass wir uns an den Mut der Frauen, Arbeiter und Matrosen von vor 104 Jahren erinnern. Sie legten seinerzeit die Grundsteine für die Selbstbestimmungs-, Mitwirkungs- und Menschenrechte, für Frieden und Freiheit, für Demokratie und Solidarität.

 

In Zeiten der Kriege - nach 1945 gab es weltweit nur 26 Tage Frieden - in Zeiten des verbrecherischen Angriffskriegs auf die Ukraine, nur zwei Flugstunden von uns entfernt, werden die Menschen in Europa und weltweit in Angst und Schrecken versetzt. Dieser und die anderen Kriege bomben uns sozial, ökologisch und kulturell um Jahre zurück. Wie vor 104 Jahren rufen wir: Frieden und Brot – für alle!

 

Tagtäglich erfahren wir von den unschuldigen Opfern der Zivilbevölkerung und von der unbegreiflichen Zerstörung überlebenswichtiger Ressourcen, von Tod und unermesslichen Leid. Kriege brechen nicht einfach aus, sondern werden von Verbrechern verbrochen!

 

Die ohnehin fragile Lage für Millionen von Menschen, die wachsende Ungleichheit als auch die Kriege und der Terror verschärfen das Zusammenleben zusehends. Unsere Demokratie und Freiheit sind zerbrechlich. Auch auf unserem Kontinent. Die herrschende Zerstörung durch die Kriege macht vor dem mühsam erarbeiteten Wohlfahrts- und Sozialstaat nicht Halt, sie stürzt die Menschen in Not, Hunger und Elend, dreht die Versorgung ab und schließt Kornkammern. Wir nehmen die Kriege nicht schicksalhaft hin!

 

Wir fordern ein Ende der ungeschickten Konfrontations- und Abgrenzungspolitik. Wir setzen uns für die Überwindung der selbstzerstörerischen Kräfte des kapitalistischen Systems, eben jener Ausbeutung von Menschen und Natur, ein. Das Überleben der Menschheit braucht eine friedliche und respektvolle Zusammenarbeit und Welt. Eine demagogische Gesinnungspolitik hat noch nie geholfen, sondern das konsequente Eintreten für das Gewaltverbot, für die territoriale Integrität, für die Selbstbestimmungs- und Menschenrechte, denn all das ist unverhandelbar. Auch deshalb setzen wir unsere am 28. Feb. 2022 initiierte Ukrainehilfe, zur Verminderung des Elends und Leids im Kriegsgebiet, unvermindert fort.

 

Frieden und Brot – für alle!“


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