Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 07/22 - 30.08.2022

Sicherung von Fachkräftebasis und Sozialkassen: Was besser hilft als Arbeitszeitverlängerung

Frank Hornschu, Geschäftsführer und Vorsitzender des DGB Kiel Region, verweist auf eine aktuelle Analyse der Hans-Böckler-Stiftung:

 

„Pauschale Verlängerungen von wöchentlichen oder von Lebensarbeitszeiten können Engpässe bei Fachkräften verschärfen und sind deshalb nicht geeignet, Arbeitsmarktprobleme durch den demografischen Wandel zu reduzieren und die Sozialkassen zu stabilisieren. Denn angesichts stark verdichteter Arbeitsabläufe und erheblicher psychischer und/oder körperlicher Belastungen an sehr vielen Arbeitsplätzen drohen bei weiter verlängerten Arbeitszeiten geringere Produktivität, vermehrte Leistungsreduzierung oder sogar Arbeitsausfall, etwa durch Unfälle oder Stress-assoziierte Erkrankungen, die wiederum zu höheren Sozialausgaben führen.

 

Andere Beschäftigte könnten mit einem Wechsel in Teilzeit reagieren – ein Muster, das beispielsweise in der Pflege längst zu beobachten ist und den Fachkräftemangel dort vergrößert. Generell längere Vollzeit-Arbeitszeiten würden für Eltern, insbesondere Mütter, die Probleme verschärfen, Erwerbs- und Familienarbeit zu vereinbaren – mangels Alternativen könnte dieser Druck ebenfalls zur Reduzierung der vereinbarten Arbeitszeit oder sogar zum kompletten Rückzug aus der Berufstätigkeit führen.“

 

Die Analyse und ihre Schlussfolgerungen, bspw. zu so genannte Wahlarbeitszeiten, die individuelle Mitbestimmung bei Lage und Dauer von Arbeitszeiten ermöglichen, können unter Sicherung von Fachkräftebasis und Sozialkassen: Was besser hilft als Arbeitszeitverlängerung - Hans-Böckler-Stiftung (boeckler.de) nachgelesen werden


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18.01.2011

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