Deutscher Gewerkschaftsbund

Dokumentarfilm über den Kapp-Putsch in Kiel 1920

iCal Download

Vorläufiges Programm:

 

1. Begrüßung und Einführung (Frank Hornschu, DGB)

2. Einführungen der Filmemacher und von Professor Oliver Auge (Kommentator im Film)

3. Filmvorführung (50 Min.)

4. Diskussion

 

 

 

Kurzbeschreibung des Films:

 

Kay Gerdes und Klaus Kuhl bringen zum 100. Jahrestag eine filmische Dokumentation zum Kapp-Lüttwitz-Putsch heraus. Der Schwerpunkt liegt auf den Kieler Ereignissen. Die Autoren halten es gerade in Zeiten, in denen demokratische Grundlagen wieder in Frage gestellt werden, für besonders wichtig, in Form einer anschaulichen Dokumentation an diese Ereignisse zu erinnern.

Die Kieler Arbeiterbewegung setzte sich energisch für Demokratie und Republik ein und sah sich gezwungen angesichts der militärischen Unterdrückungsmaßnahmen eine Arbeiterwehr aufzubauen (führend beteiligt u. a.: Gustav Garbe, Otto Eggerstedt und Wilhelm Spiegel). 

Auch große Teile des Bürgertums stellten sich gegen den Putsch. Als die Gegenseite unter Konteradmiral von Levetzow nach der Flucht Kapps ihre Gewaltmaßnahmen noch steigerte, kam es zu erbitterten Kämpfen in großen Teilen des Stadtgebiets. Insgesamt gab es fast 80 Tote. Dabei wurde die Arbeiterwehr von der Kieler Sicherheitspolizei unterstützt, während Levetzow auf eine Einheit des Freikorps Loewenfeld und auf Teile der Zeitfreiwilligen (eine Art Bürgerwehr, unterstützt von Studenten und Schülern) zurückgreifen konnte. Arbeiterwehr und Polizei konnten die Putschtruppen schließlich aus Kiel vertreiben. Die hier stationierten Marineeinheiten begannen ihre Offiziere abzusetzen. 

Levetzow wurde auf seiner Flucht in Lütjenburg verhaftet. Neuer Chef der Marinestation in Kiel wurde zunächst Gustav Garbe dann der Sozialdemokrat und Leutnant zur See Carl von Seydlitz (späterer Stadtrat).

 

Der Film stützt sich auf eine Reihe von Zeitzeugen, die die Autoren größtenteils noch selbst in den 1980/90er Jahren befragen konnten: 

Otto Preßler (KPD, Arbeiterwehr), Jonny Pump (deutsch-national, Zeitfreiwilliger), Theo Pump (deutsch-national, Zeitfreiwilliger), Martha Riedl (Arbeiterjugend, SPD), Magdalene Hocke (erlebte den Vormarsch der Putschtruppen in der Holtenauer Straße), Walter Hasenclever (Schriftsteller, Tagebuchnotizen), Axel Eggebrecht (Zeitfreiwilliger, Student, NDR-Interview), Gustav Radbruch (späterer Justizminister, Erlebnisbericht).

Als Kommentator der Ereignisse konnte Professor Oliver Auge von der Universität Kiel gewonnen werden, der zu einzelnen Aspekten Erläuterungen und Bewertungen liefert. Außerdem stützt sich der Film auf die Untersuchungen von Dirk Dähnhardt und Gerhard Granier, sowie auf eine ausführliche Korrespondenz mit Letzterem.

 

Das Stadtarchiv Kiel unterstützte das Projekt mit einer Reihe von Fotos und Flugblättern, die die Auseinandersetzungen in Kiel dokumentieren. Das Projekt wurde außerdem gefördert vom Deutschen Gewerkschaftsbund, von der IG Metall, vom Kulturamt der Stadt Kiel und von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein.

 

 


Nach oben